Trendsport: Acroyoga und Aerial Yoga

Mit weißer Kleidung und wehendem Haar am Strand „Om“ singend – so stellen sich wohl die meisten von uns Yoga vor. Doch dieses Klischee trifft eigentlich in den seltensten Fällen zu. Denn der esoterische Hippie-Vibe passt vielleicht perfekt zur Umgebung Goas und Thailands, aber eben nicht immer in die moderne und eher urbane Welt. Macht nichts, denn Yoga hat tausende Facetten und Stile und ist längst nicht mehr in nur einer Schublade zuhause. Besonders in den letzten Jahren entwickeln sich immer mehr neue Formen und Trends: zum Beispiel Acroyoga und Aerial Yoga. Wir haben die beiden akrobatischen Yogastile im AGIDA-Trendcheck mal unter die Lupe genommen.

 

Pump up the jam

Fällt es dir einfach, anderen Menschen zu vertrauen? Mit Acroyoga kannst du das trainieren. Denn der spielerische Yogastil wird zu zweit ausgeübt. Eine Person liegt unten, sie ist die Base. Die andere Person ist der Flyer und führt die akrobatischen Übungen aus: Von der Base gestützt und in der Luft schwebend befindet sich der Flyer dabei häufig in einer Umkehrhaltung. Bei den Übungen benötigt es deshalb nicht nur Vertrauen und etwas Mut, sondern auch Körperspannung und Balance. Wer diese noch nicht besitzt, sollte sie vorab durch andere Sportarten trainieren, um sich und seine Base nicht durch einen Sturz zu verletzen. Denn mit der Körperspannung des Flyers steht und – im schlechtesten Fall – fällt die gesamte Performance. Zusätzlich ist es ratsam, eine dritte Person als unterstützenden Spotter an der Seite stehen zu haben, die den Flyer beim Einüben der Haltung unterstützt und ihn in der Position sichert.

Die außergewöhnlichen Übungen basieren auf Elementen des Yoga, der Akrobatik und der Thai-Massage. Es wird unterschieden in akrobatisches und therapeutisches Fliegen. Beim therapeutischen Fliegen ist der Flyer passiv und kann vollkommen entspannen, sein Körper wird durch die Base gedehnt, gestreckt und massiert. Das akrobatische Fliegen ist durch kraftvolle, dynamische Figuren geprägt. Es ist ein aktives, kreatives und experimentierfreudiges Zusammenspiel von Flyer und Base, das je nach Level zu einer fließenden Freestyle-Performance führen kann. Acroyoga wird selten in Yogastudios angeboten, sondern häufig in offenen Gruppen ausgeübt, sogenannten Jams. Die Gruppen organisieren sich z. B. über Facebook oder Mundpropaganda. Hör dich einfach mal in deiner Umgebung um oder schnapp dir zwei Herzensmenschen und legt zuhause gemeinsam los. Auf YouTube findet ihr Tutorials für Einsteiger.

 

Fly so high

Mit Aerial Yoga kommst du hoch hinaus. Der Trend verbindet spielerische Luftakrobatik mit den Asanas (= Yogaübungen) des traditionellen Hatha Yogas. In ein an der Decke befestigtes, trapezförmiges Tuch gewickelt solltest du intensive Dehnungen und eine starke Beanspruchung deiner Arm- und Bauchmuskulatur sowie Drehungen und Höhe abkönnen. Das alles erfordert auch ein wenig Vorübung und etwas Mut. Denn alle Übungen finden überwiegend in der Luft und zum Teil sogar über Kopf in Umkehrhaltung statt. So kannst du dich wunderbar baumeln lassen und dich ganz den intensiven Dehnungen hingeben. Die Schwerkraft unterstützt dich dabei. Als Yoga-Newbie kannst du so auch verrücktere Positionen einnehmen, die sonst – auf der Matte am Boden – nur erfahrenen und flexiblen Yogis möglich wären.  

Du hast oft Rückenprobleme vom vielen Sitzen? Dann könnte Aerial Yoga dein neues Ding werden. Denn Wirbelsäule und Bandscheiben werden beim Abhängen im Tuch komplett entlastet. Nebenbei hilft es, loszulassen und völlig in den Entspannungs-Modus zu kommen. Außerdem fördert Aerial Yoga Kraft, Geschmeidigkeit und Beweglichkeit, indem es die gesamte Körpermuskulatur, die Wahrnehmung und das Gleichgewichtsgefühl stärkt.

Eine Frau balanciert auf den Füßen eines Mannes
Aber Achtung:

Bei erhöhtem Blut- oder Augeninnendruck und wenn du schwanger bist, solltest du am Boden bleiben. Die Über-Kopf-Haltungen können zudem am Anfang leichte Kopfschmerzen auslösen. Auch wenn du bereits Schäden an der Wirbelsäule hast oder an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidest, ist Aerial Yoga nicht das Richtige für dich.

 

Aerial Yoga ist in Deutschland noch ziemlich neu und wird nur in wenigen Studios angeboten, oft auch unter anderen Namen wie Antigravity Yoga, Flying Yoga oder Swing Yoga. Besonders als Anfänger sind bei diesem Yogastil durch einen Trainer angeleitete Kurse jedoch sehr wichtig, da man hierbei viel falsch machen und sich verletzen kann. Diese Studios in Hessen sind schon auf der Trendspur angekommen: 

  • Monki Yoga Wiesbaden
  • Die Finderei Wiesbaden
  • OM YogaStudio Gießen
  • Satya Yoga Darmstadt/Kassel
  • Samana Yoga Offenbach
  • Your Body Your Soul Frankfurt
  • Balance Yoga Frankfurt/Darmstadt

 

Hinweis:

Acroyoga und Aerial Yoga sind nicht bei der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert. Die beiden Yogastile sind daher keine Kassenleistung. Die Teilnahme an Kursen muss von dir selbst bezahlt werden. 

 

Der AGIDA-Check

Ob Acroyoga oder Aerial Yoga, Fakt ist: Es macht einen Riesenspaß, zeigt dir neue Seiten und Möglichkeiten deines Körpers und kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Nimmst du sie an? 

Spaß: 5 von 5
Challenge: 4 von 4
Adrenalin: 2 von 5
Anstrengung: 4 von 5
Kreativität: 5 von 5
Für Anfänger: 4 von 5
Für die Clique: 3 von 5

Um das mögliche Verletzungsrisiko der beiden Yogastile zu minimieren, wärme dich vor jeder Session ausgiebig auf. Und apropos Herausforderungen: Diese sind gut, machen Spaß und spornen an, sich auf ein neues Level zu pushen. Und das gibt Glücksgefühle, ganz klar. Eine realistische Einschätzung des eigenen Könnens sollte im Hyped-Modus aber nicht komplett vergessen werden. Beim Yoga ist es wichtig, immer nur bis an die eigenen Grenzen zu gehen, niemals darüber hinaus! Denn nur so bist du hinterher bereit fürs nächste Mal. Und auf dieses wirst du Lust haben, versprochen.

 

Deine Basics mit AGIDA

Dein Fitness-Level muss für akrobatisches Yoga noch gesteigert werden? Dann bereite dich vor und erlerne die Grundlagen der beiden Yogastile beim Hatha Yoga oder stärke deine Muskeln mit Functional Training – all das findest du in unseren kostenfreien Gesundheitskursen.