Ein Fitnesstrend im Mythen-Check

Schlichte Räume ohne Schnickschnack, in denen sportliche Menschen bis an ihr Limit gehen: CrossFitter trainieren mit dem eigenen Körpergewicht, mit Langhanteln, Medizinbällen oder Kettlebells. Ohne fancy Maschinen, ohne verspiegelte Wände. Es geht um funktionale Bewegungen wie Kniebeugen oder Liegestütze und um eine hohe Intensität. Was das bringt? Mehr Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Ein Ganzkörpertraining, das hohen Einsatz fordert und schnelle Erfolge verspricht. Diese Kombination führt zu vielen Mythen rund um die Fitnesstrainingsmethode CrossFit. Etwa, dass sie nichts für Frauen und supergefährlich ist. Wirklich? Wir haben für dich den AGIDA-Faktencheck gemacht.

 

CrossFit: Was ist dran an den Vorurteilen?

 

Mythos 1: CrossFit ist nichts für Anfänger

Stimmt nicht. Klar, die Bewegungsabläufe beim CrossFit sind fordernd. Eine Langhantel vom Boden auf- und über den Kopf zu heben kann schiefgehen. Deswegen ist professionelle Betreuung in der sogenannten CrossFit-Box Pflicht. Die Trainer passen die anspruchsvollen Workouts an das Fitnesslevel ihrer CrossFitter an. Bevor die Bewegungsabläufe nicht verinnerlicht sind, geht’s nicht an die schweren Gewichte. Dabei erleben auch Einsteiger schnelle Trainingserfolge, etwa, wenn sie die ersten zehn soliden Liegestütze schaffen.

 

Mythos 2: CrossFit ist verletzungsanfälliger als andere Sportarten

Kommt drauf an. Hier ist die Eigenverantwortung der Sportler gefragt: Wenn eine Gruppendynamik entsteht, neigen manche Menschen zur Selbstüberschätzung. CrossFitter sollten deshalb die Signale ihres Körpers ernstnehmen und auch mal aus einem Workout aussteigen. Das gilt vor allem für Sportler mit Knie- oder Rückenproblemen. Wird das beherzigt, zeigt das Training sogar sehr wenige und nur milde Verletzungsfälle. Das liegt daran, dass Fremdeinwirkung keine Rolle spielt – weder durch Körperkontakt oder Umweltfaktoren. Ein ausgiebiges Warm-up als Schutz vor Verletzungen ist übrigens fester Bestandteil jeder CrossFit-Einheit.

 

Mythos 3: CrossFit ist ein reiner Männersport

Stimmt nicht. Etwa 50 Prozent der Sportler in der Box sind weiblich. Deutlich mehr als im Freihantelbereich jedes Fitnessstudios. Woran‘s liegt? In der Gruppe herrscht ein starker Zusammenhalt. Es hat sich herumgesprochen, dass Frauen in der CrossFit-Box auch weibliche Trainingspartner finden. Außerdem lassen sich die Übungen an die individuellen Kräfte sehr gut anpassen. Das macht CrossFit für Frauen interessant. We like!

 

Mythos 4: CrossFit ist ganz schön kostspielig

Stimmt teilweise. Natürlich ist der Mitgliedsbeitrag in der CrossFit-Box nicht günstig. Monatlich werden etwa 100 Euro fällig. Dafür ist die Betreuung nicht mit der in einem durchschnittlichen Gym vergleichbar. Trainiert wird in Gruppen von etwa zehn Athleten, die Betreuung ist sehr persönlich und umfangreich. Der Coach kennt die Grenzen jedes Einzelnen. Sparfüchse sollten auch bedenken: Für die Box brauchen sie weder Equipment noch besonders teure Klamotten oder Schuhe. Sie haben also keine zusätzlichen Kosten. Sportler, die sich den Beitrag nicht leisten können, finden auf YouTube CrossFit-Übungen für zu Hause.

 

Mythos 5: CrossFit ist superhart und kompetitiv

Stimmt teilweise. Für sportliche Erfolge ist es nötig, neue Trainingsreize zu setzen und den Körper aus der Komfortzone zu holen. Deshalb trainieren CrossFitter hart und freuen sich über jeden Personal Record. Das gilt auch für die Erfolge der Mitstreiter: Der Teamgeist in den meisten Boxen ist hoch, die Athleten spornen sich gegenseitig an oder pushen auf den letzten Metern vorm Ziel nochmal ein bisschen. Fazit: CrossFit ist hart, aber es herrscht eher ein aufmunterndes Miteinander als ein erbitterter Wettbewerb.

 

Was ist ein Workout of the Day? (WOD)

Das Herzstück jeder CrossFit-Einheit ist das Workout of the Day (WOD). Los geht es damit direkt nach einem knackigen Warm-up, das die Muskeln lockert. Das WOD ersetzt den klassischen Trainingsplan und wird vom Coach kurzfristig festgelegt. Es besteht aus einer Reihe verschiedener Übungen, die CrossFitter in mehreren Runden ausführen. Ziel ist es, möglichst viele Wiederholungen in einem begrenzten Zeitrahmen zu schaffen. Ganz schön kräftezehrend! Aber keine Angst, der Trainer passt die Übungen dem Trainingsstand jedes Gruppenmitglieds an. Oft tragen die WODs Frauenvornamen – wir stellen dir „Annie“, „Cindy“ und „Kelly“ vor:

Cindy: 5 Klimmzüge, 10 Liegestütze und 15 Kniebeugen. Diese Kombination wird innerhalb von 20 Minuten so oft wie möglich wiederholt. Abwandlung für Anfänger: Die Klimmzüge mit einem Gummiband und die Liegestütze auf den Ellenbogen absolvieren.

Annie: Das Workout wechselt zwischen Doppelseilsprüngen und Sit-ups. Angefangen bei jeweils 50 Stück arbeiten sich die Sportler auf 40, 30, 20 und dann zehn Wiederholungen abwärts. Zeitrahmen dafür sind 15 Minuten. Anfänger schauen, wie weit sie kommen – oder sie bekommen mehr Zeit.

Kelly: Bei diesem WOD gilt es,fünf Runden zu absolvieren. Und zwar jeweils mit einem 400-Meter-Sprint, 30 Boxsprüngen und 30 Mal einen Medizinball gegen die Wand werfen. Hier gibt es keinen Zeitrahmen.

 

In der Box ist jeder willkommen

CrossFit passt zu allen, die ihre Kondition verbessern, Muskeln aufbauen oder Fett verbrennen möchten. Das Training weckt den Kämpfer in dir, unabhängig von deinem Fitnesslevel, Alter oder körperlicher Einschränkung. Denn in der Box ist Platz für jeden, ob Neueinsteiger oder Supersportler. Falls du Rückenschmerzen, Knie- oder Hüftprobleme oder Bluthochdruck hast und dich fragst, ob CrossFit dir guttut: Berate dich auf jeden Fall mit deinem behandelnden Arzt.

Wusstest du, dass du auch mit unseren Gesundheitskursen deine Fitness aufs nächste Level bringst? Oder du suchst dir die nächste Crossfit-Box und sammelst Punkte für deinen AGIDA-Gesundheitsbonus, es ist deine Entscheidung. Wir haben für dich übrigens noch mehr Fitnesstrends gecheckt: Parkour, Acroyoga oder Urban Sports.