Schmerzen oder ein neuer Leberfleck? Erstmal Dr. Suchmaschine konsultieren

Du spürst ein komisches Ziehen im Rücken – vielleicht ist der Ischias-Nerv eingeklemmt? Dann ist da noch das neu entdeckte Muttermal hinter deinem rechten Ohr. War das schon immer da, ist die dunkle Färbung bedenklich? Sofort tippst du die Auffälligkeiten in eine Suchmaschine ein, um mehr zu erfahren. Danach bist du fast geschockt: Bei vielen Ergebnissen hast du das Gefühl, du fährst am besten geradewegs in die Notaufnahme. Denn häufig gerätst du bei deiner Recherche mit „Dr. Suchmaschine“ auf Seiten, die alles andere als seriös sind. Doch wo findest du im Netz fundierte Informationen und wann ist tatsächlich ein Arztbesuch notwendig?

 

Wann die Netzrecherche dir wirklich weiterhelfen kann

Viele Menschen wenden sich an Dr. Suchmaschine – das belegt eine Bertelsmann-Studie aus dem Jahr 2018. Demnach recherchiert jeder zweite Deutsche (53 Prozent) seine Krankheitssymptome im Internet, um sich auf einen Arzttermin vorzubereiten. 61 Prozent recherchieren anschließend ihre Diagnose und holen sich Informationen zu ihren Beschwerden und den verschriebenen Medikamenten.

Das ist wenig überraschend. Das Netz hat als Ratgeber einige Vorteile: Infos gibt es zu jeder Tages- und Nachtzeit. Viele Plattformen sind gut aufgestellt, um dich auf den Arztbesuch vorzubereiten. Du kannst anschließend deinem Arzt die richtigen Fragen stellen und kennst bestenfalls bereits einige Behandlungsmöglichkeiten. Nach dem Termin helfen dir Internetseiten oft auch dabei, komplexe Begriffe und Krankheitsbilder laienverständlich zu erklären.

 

Selbstdiagnose? Lieber nicht

Der Haken dabei: Das Internet bietet eine Flut an Informationen von oft unseriösen Portalen. Sie bieten scheinbar Gesundheitstipps an, wollen aber eigentlich Produkte verkaufen und berichten deswegen nicht objektiv und fundiert. Vorsichtig bist du am besten auch bei Selbstdiagnosen und Tipps – zum Thema Gesundheit tummeln sich viele „Fake News“ im Internet.

Außerdem läufst du Gefahr, Symptome falsch zu interpretieren, wenn eine Internetseite sie nicht klar und verständlich formuliert hat. Endgültige Gewissheit bekommst du virtuell sowieso nicht. Merkst du, dass du in einen Gedankenstrudel gerätst und nicht mehr aufhörst zu stöbern: Mach besser den Laptop aus und ruf einfach deinen Arzt an!
 

Tschüss Dr. Suchmaschine, hallo Onkel Doc

Wann du dich direkt auf den Weg zum Arzt machen solltest? Grundsätzlich hörst du am besten auf dein Gefühl. Meist merkst du selbst, wenn etwas mit deinem Körper nicht stimmt. Bist du dir unsicher, besuche lieber einmal mehr deinen Hausarzt. Er kennt deine Krankenakte und deine familiäre Vorgeschichte. Außerdem kann er eine körperliche Untersuchung durchführen – da zieht Doktor Suchmaschine eindeutig den Kürzeren.

Wie erkennst du gute Quellen im Internet?

Wer googelt, der findet – auch seriöse medizinische Quellen. Wichtig ist zunächst, dass es sich um einen unabhängigen Herausgeber handelt, etwa ein wissenschaftliches Institut. Für eine Seite spricht außerdem, wenn sie darauf hinweist, dass ihre Infos keinen Arztbesuch ersetzen. Ebenfalls ein gutes Zeichen: Die Homepage verlinkt auf weiterführende Literatur oder empfiehlt Selbsthilfegruppen.

Sinnvoll ist es, wenn du mehrere Quellen recherchierst. Generell bieten Institutionen wie das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das Bundesgesundheitsministerium oder Krankenkassen, Forschungszentren und Kliniken Plattformen mit zuverlässigen Informationen.

 

Gut zu wissen: Auf diese Portale kannst du dich verlassen

 

Patienteninformation.de

Die Plattform ist ein Projekt von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung. Dort findest du Fachwissen, das kurz und prägnant aufbereitet wurde. Die Infovideos und Texte liefern leicht verständliche Erklärungen, auch bei komplexen Gesundheitsthemen.

www.patienten-information.de

 

Gesundheitsinformation.de

Das Portal des unabhängigen Instituts IQWiG informiert umfassend über vielfältige Themen – von Allergien bis zur Zahngesundheit. Seine Aufgabe ist es, dich so verständlich und vertrauenswürdig zu beraten, dass du kompetente Entscheidungen treffen kannst.

www.gesundheitsinformation.de

 

Stiftung Gesundheitswissen

Das Ziel der gemeinnützigen Stiftung: Jeden über Gesundheitsfragen so aufzuklären, dass er gemeinsam mit seinem Arzt über Behandlungen entscheiden kann. Fachleute erstellen laienverständliche Texte, anschauliche Grafiken und Informationsvideos.

www.stiftung-gesundheitswissen.de

 

Robert Koch Institut

Auch abseits von Corona ist das RKI eine verlässliche Quelle. Die Wissenschaftler informieren umfangreich zu Infektionskrankheiten, aber auch zu Impfungen.

https://www.rki.de/

 

Wissenwaswirkt

Das unabhängige internationale Netzwerk Cochrane hat diesen deutschsprachigen Blog ins Leben gerufen. Wissenschaftler, Ärzte und andere Fachleute, sowie Patienten und Angehörige fassen medizinische Erkenntnisse gut und einfach zusammen. So erleichtern sie dir Entscheidungen rund um deine Gesundheit. 

www.wissenwaswirkt.org

 

Cochrane

Die Seite gibt Antworten auf konkrete Fragestellungen zu Gesundheitsthemen. Fachleute sammeln die neuesten Studien und Forschungsergebnisse und bewerten diese. Die Kurzzusammenfassungen machen dir Behandlungsentscheidungen etwas leichter. 

www.cochrane.org/de/evidence

 

Hardingcenter

Das Hardingcenter für Risikokompetenz arbeitet mit verschiedenen Institutionen wie der AOK zusammen. Das Ergebnis sind Faktenboxen, die Vor- und Nachteile von Behandlungen zeigen und dich bei einer Entscheidung unterstützen.

https://www.hardingcenter.de/de/transfer-und-nutzen/faktenboxen

 

Krebsinformationsdienst

Das Deutsche Krebsforschungszentrum gibt dir eine Übersicht über zu verschiedenen Krebsarten, den Risikofaktoren und wie du vorbeugen kannst und wie du dich davor schützen kannst. Es berät dich auch individuell zu Behandlungsmethoden.

https://www.krebsinformationsdienst.de/

 

Online-Diagnose: Beim Suchen entscheidet das richtige Maß

Du interessierst dich für deine Gesundheit und informierst dich im Netz dazu: Das ist ein guter erster Schritt. Seriöse Plattformen können dir weiterhelfen, mehr über deinen Körper zu erfahren. Konzentrierst du dich auf eine bestimmte Auswahl an Seiten, bekommst du zuverlässige Infos. Trotzdem ist es wichtig, dass du es mit der Netzrecherche nicht übertreibst. Das Internet ersetzt schlussendlich oft keinen Arztbesuch.

Auch deine AGIDA unterstützt dich dabei, gesund zu bleiben. Alle drei Jahre erstatten wir dir Gesundheits-Check-Ups in Höhe von maximal 50 Euro, damit du weiter unbeschwert und fit durchs Leben gehst. Wenn du auf einen gesunden Lebensstil setzt, bekommst du mit dem AGIDA-Gesundheitsbonus zudem ordentlich Geld zurück. Vielleicht ist dein Recherche-Thema gerade auch dein Sucht- und Konsumverhalten oder du willst dein Immunsystem stärken – auch dann helfen wir dir gerne mit guten und hilfreichen Informationen weiter.