Social Distancing – aber gesellig

Gemeinsam lachen, gemeinsam weinen, gemeinsam in Erinnerungen schwelgen: Gute Freunde gehören zu den wichtigsten Dingen im Leben. Mit anderen in Kontakt zu treten und sich geborgen zu fühlen, ist ein Grundbedürfnis wie Essen und Schlafen. Doch nicht jeder besitzt ein glückliches Sozialleben. Etwa zehn bis 15 Prozent der Deutschen fühlen sich einsam. Social Distancing und die angespannte Situation der Corona-Zeit haben die Situation noch verschärft. Geht es dir auch so? Wir haben sechs Tipps für dich, wie du neue Bekanntschaften findest.

 

Ein aktives Sozialleben tut Geist und Körper gut

Ein geselliges Zusammensein macht Freude: Anregende Gespräche schaffen Nähe, Unternehmungen machen gemeinsam mehr Spaß als allein. Soziale Interaktion hält dich außerdem gesund. Forscher haben herausgefunden:

  • Wer sozial aktiv ist, hat niedrigere Cortisol-Werte im Blut, ist also weniger gestresst. Das macht dich belastbarer für Herausforderungen und stärkt dein Immunsystem.
     
  • Menschen mit einem glücklichen Sozialleben haben ein gesünderes Herz-Kreislauf-System als einsame. Das bewahrt sie öfter vor Schlaganfällen, Krebs und Demenz.
     
  • Wer sozial gut integriert ist, schläft besser und lebt gesünder. Das liegt daran, dass du mit deinen Freunden gesundheitsfördernde Dinge tust, wie gemeinsam zu kochen oder Sport zu machen.

 

Soziale Isolation hat viele Gründe

Vielleicht fühlst du dich allein, weil sich deine Lebenssituation geändert hat – du in eine neue Stadt gezogen bist oder den Job gewechselt, ein Baby bekommen oder dich von deinem Partner getrennt hast. Möglicherweise ist Einsamkeit für dich auch schon ein lebenslanger Begleiter – das geht nicht nur dir so. Viele Menschen fühlen sich schon seit ihrer Kindheit unsicher und es fällt ihnen schwer, Kontakt mit anderen aufzunehmen. Oft geraten sie dabei in einen Teufelskreis: Die soziale Angst wird immer größer und es fällt zunehmend schwerer, neue Bekanntschaften zu schließen.

Dabei gibt es keinen Wert, der beschreibt, wie viele Kontakte ein Mensch braucht: Vielleicht hast du einen großen Freundeskreis und fühlst dich trotzdem allein. Andere wiederum haben nur wenige Vertraute und sind damit vollkommen zufrieden. Entscheidend ist, wie es dir dabei geht.

 

Einsamkeit ist eine Zivilisationskrankheit

Was macht es mit dir, wenn du sagst: „Ich fühle mich einsam“? Einsamkeit äußert sich wie eine Krankheit. Vielleicht fühlst du dich häufig

  • müde,
  • leicht gereizt,
  • innerlich leer,
  • unsicher und von Selbstzweifeln geplagt?

 

Gut möglich, dass du auch unter Schlafproblemen leidest. Einsamkeit kann zu einer Depression und sogar Suizidgedanken führen. Wenn du diese Symptome an dir feststellst, solltest du dir unbedingt professionelle Hilfe suchen, zum Beispiel beim psychiatrischen Notdienst.

 

Einsamkeit überwinden: Unsere Tipps für mehr soziale Interaktion

Einsamkeit ist kein Schicksal, mit dem du dich abfinden musst. Du hast es verdient, dich mit Menschen zu umgeben, die du gernhast und die dich wertschätzen. Auch wenn der erste Schritt schwerfällt – mit unseren Tipps wirst du neue Freunde finden:

 

Sechs Wege, um die Einsamkeit zu überwinden:
  1. Der erste Schritt ist vielleicht der schwierigste, aber auch der wichtigste: Komm mit dir selbst ins Reine. Du bist großartig, so wie du bist. Lerne, dich selbst zu akzeptieren. Dann fällt es dir leichter, dich auf andere einzulassen. Vielleicht kann dich unsere Happy Mind Challenge dabei unterstützen?
     
  2. Denkst du oft, dass andere ein schöneres Leben haben als du? Konzert, Kino oder Bergtour machen nur in Gesellschaft Spaß? Versuche, dich von diesem Gedanken zu lösen: Unternimm etwas allein und du wirst feststellen, wie viel du auch ohne Begleitung erlebst. Vielleicht triffst du dabei neue Gleichgesinnte? Oder du genießt die JOMO – „Joy of missing out“.
     
  3. Bist du gerne in der Natur oder hast du eine Leidenschaft für Kunst? Vielleicht möchtest du gerne neue Sportarten ausprobieren? Such dir Kurse, Gruppen oder Clubs, bei denen du deinen Interessen nachgehen kannst. Das können die AOK Gesundheitskurse sein, ein Sprachkurs an der Volkshochschule oder eine Gruppe, die Urban Gardening betreibt. Du triffst dabei verschiedene Menschen, die sich für ähnliche Themen begeistern wie du. Und vielleicht entdeckst du sogar ein neues, außergewöhnliches Hobby.
     
  4. Gutes tun, tut gut: Engagiere dich in einem Ehrenamt, indem du dich einer gemeinnützigen Organisation anschließt, Senioren im Altenheim besuchst oder Kindern vorliest. Du könntest auch mit deinen Nachbarn ein Community Cleanup starten und eure Umgebung verschönern.
     
  5. Wertschätze deine Kontakte und triff dich so oft wie möglich mit Freunden oder deiner Familie. Alle deine Lieben sind zu weit weg oder Kontaktbeschränkungen trennen euch? Kommt digital zusammen! Macht regelmäßige Videocalls oder spielt gemeinsam ein Online-Spiel.
     
  6. Manchmal hilft es nur, die Lebenssituation zu ändern. Vielleicht ist es eine Option für dich, mit Freunden zusammenzuziehen oder dir eine WG zu suchen. Auch wieder bei den Eltern einzuziehen, kann manchmal die Lösung sein.
     

Egal, wofür du dich entscheidest: Gib nicht auf, auch wenn du Bammel davor hast, mit fremden Menschen in Kontakt zu treten. Fang einfach klein an und tausche ein paar freundliche Worte mit einem Verkäufer oder der Nachbarin aus. So übst du langsam und kannst deine Angst vor Smalltalk abbauen.

Finde zu dir selbst – im Umgang mit anderen oder auf Reisen

Du denkst, du trottest einsam durch den Alltag? Bestimmt triffst du jeden Tag viele Menschen, die für dich ganz selbstverständlich sind: deine Kollegen. Wenn du achtsam arbeitest, etablierst du einen entspannten Umgang an deinem Arbeitsplatz. Das stärkt deine sozialen Beziehungen.

 

Vielleicht ist es aber auch genau dieser Alltagstrott, der dich davon abhält, neue Wege zu gehen. Brich aus ihm aus! Miete dir einen Camper, entdecke die Welt und zelebriere das Vanlife. Du wirst feststellen, dass du viel stärker bist, als du denkst und an Selbstvertrauen gewinnen.

 

Du befindest dich in einer akuten Krise und hast vielleicht sogar Suizid-Gedanken? Bitte wende dich umgehend an einen Arzt oder sprich mit der Telefon-Seelsorge (0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222)!

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