So überwindest du die Angst, etwas zu verpassen

Heute können wir nahezu alles haben: die coolste Party, das heißeste Date, den perfekten Job oder den exotischsten Urlaub. Aber fühlst du dich nicht auch manchmal von der Unendlichkeit an Möglichkeiten überfordert? Denn je mehr Auswahl, desto schwieriger die Entscheidung. Was ist, wenn man sich falsch entscheidet und man ein noch cooleres Erlebnis hätte abhaken können? Der Struggle ist in Zeiten von Yolo und Bucketlisten real und vor allem: ungesund! Immer mehr Menschen leiden unter FOMO. Was vielleicht wie eine neue Dating-App klingt, steht für „Fear of missing out“, also die Angst, das Beste möglicherweise zu verpassen. Wir zeigen, was hinter der ersten Social-Media-Krankheit steckt, wie du herausfindest, ob du mal wieder krasse FOMO schiebst, und was du im Fall des Falles dagegen tun kannst.

 

Wenn das Gras auf der anderen Seite ungesund wird

Sich ab und an benachteiligt zu fühlen, weil die Freunde vielleicht bereits am See chillen, während du selbst noch immer To-dos abhakst, ist nichts Unnormales oder Schlimmes. Und dass man auch gerne reisen würde, wenn man die neuesten Urlaubsfotos seines Lieblings-Influencers beim Scrollen durch den Feed sieht, ist logisch. Wer würde das nicht? „Always on“ zeigt neue Welten, birgt aber auch Gefahren: 

  • 88 Mal am Tag greifen wir im Durchschnitt zu unserem Smartphone. 
  • 25 % der 14-29-Jährigen nutzen Instagram mindestens 1 Mal täglich.
  • 59 % der Menschen nutzen Instagram sogar mehrmals täglich.
  • Jugendliche nutzen im Durchschnitt alle 23 Minuten WhatsApp.
  • 41 % der Digital Natives leiden unter Nomophobie, der Angst, ohne Handy zu sein.
  • Digital Natives sind besonders häufig von FOMO betroffen.
  • Wer Social Media intensiv nutzt, leidet oftmals unter FOMO und umgekehrt.
  • 60 % der deutschen Instagram-Nutzer empfinden FOMO ab und an.
  • 16 % lassen sich oft durch ihr Smartphone vom Schlafen abhalten. 
  • Besonders am späten Abend und am Wochenende ist FOMO Thema.

Zahlreiche Studien belegen, dass die Smartphone- und besonders die Social-Media-Nutzung gestiegen ist und dass dies einen starken Einfluss auf die eigene FOMO hat. Denn so wird uns natürlich noch stärker vor Augen geführt, wie wild und aufregend das Leben gerade bei anderen ist. Zumindest dem Anschein nach. Laut Psychologen sind jedoch tiefer liegende Probleme die wahre Ursache – zum Beispiel Verlustängste, die Angst vor Ablehnung oder der Wunsch, mitreden zu können. Die Folgen können unter anderem von harmloser Traurigkeit und Frustration bis zu Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und Depressionen reichen. 

 

Hast du FOMO?

Du stellst eines der oben aufgeführten Symptome bei dir fest? Dann sollten die Alarmglocken bei dir schrillen. Aber auch andere Zeichen sprechen mitunter bereits für FOMO:

  • Du verspürst den inneren Drang, ständig dein Smartphone, deine Nachrichten und soziale Medien checken zu müssen. Hallo Suchtverhalten!
  • Du teilst – getreu dem Motto „Ich poste, also bin ich“ – häufig eigene Erlebnisse online, um Bestätigung durch Likes zu erhalten.
  • Du nutzt dein Smartphone auch, wenn du mit Freunden zusammen bist und schenkst ihnen dadurch weniger Aufmerksamkeit.
  • Du denkst während Aktivitäten darüber nach, was du wie teilen wirst.
  • Du fühlst dich nervös, wenn du nicht weißt, was Freunde just in diesem Moment machen.
  • Du fühlst dich niedergeschlagen, wenn du mitbekommst, dass Freunde etwas ohne dich unternehmen.
  • Du vergleichst dich und dein Leben mit (dem der) anderen.
  • Du zweifelst jede Entscheidung an.
  • Du kannst dich nicht auf die Arbeit, To-dos oder gar Unterhaltungen konzentrieren, da du den Drang verspürst, aufs Smartphone zu schauen.

 

Heute nichts erlebt, auch schön

Auch wenn der Spruch „Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen“ längst abgelaufen ist, entspricht er der puren Wahrheit. Statt FOMO zu schieben, solltest du dich lieber entspannen und den Moment, den du gerade erlebst, genießen. Im Hier und Jetzt zu leben, macht langfristig glücklicher als sich Gedanken zu machen, was man gerade noch so erleben könnte. Egal wie spannend oder unspannend das gerade ist. Die Devise lautet: Tschau FOMO, hallo JOMO. Das steht für “Joy of missing out“ und möchte vermitteln, dass es mehr als okay ist, vermeintlich spannende Momente wie eine Party sausen zu lassen, den Samstagabend dafür auf dem Sofa zu verbringen und das Nichtstun zu feiern. Dass das nicht so einfach ist, wissen wir. Auch ein Mindset benötigt Training. 

Hinweis:

Ab und an FOMO zu verspüren ist total normal! Ungesund wird es, wenn sie häufig auftaucht und du dich psychisch dadurch stark beeinflusst fühlst. In einem solchen Fall kann der Gang zu einer Suchtberatungsstelle oder, in Absprache mit deinem Arzt, eine Psychotherapie helfen.

 

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