Biomüll selbst verwerten – gut für den Klimaschutz

Recycling ist für dich Alltag. In deiner Küche reihen sich die Tonnen aneinander – für Papier, Verpackungen, Glas und natürlich für den Restmüll. Nur mit der Bio-Tonne konntest du dich bislang nicht so richtig anfreunden? Wen wundert’s: Sie riecht schnell und zieht bei wärmeren Temperaturen sofort Fliegen an.
Aber gerade in diese Tonne gehört so einiges hinein, etwa Obst- und Gemüseschalen, abgefallene Blätter von Zimmerpflanzen und Essensreste. Jeder Deutsche produziert im Durchschnitt 120 Kilo organischen Abfall pro Jahr. Landet er in der Biotonne, wandelt ihn die Abfallgesellschaft in Energie, Kompost oder Dünger um – und trägt so zum Klimaschutz bei. Du kannst ihn natürlich auch selbst herstellen und verwerten: Mit unseren Tipps lernst du selbst zu kompostieren, sogar ohne Garten.

 

So geht das Kompostieren in deiner Wohnung

Gibst du deine organischen Abfälle in den öffentlichen Verwertungskreislauf, bist du auf einem guten Weg. Eine weitere Option ist es, aus deinem Abfall selbst hochwertigen Dünger zu produzieren. Kompostieren kannst du eigentlich überall, auch auf kleinem Raum ohne Garten oder Balkon. Die Werkzeuge dafür heißen Bokashi-Eimer oder Wurmkiste. Beides gibt es zu kaufen oder du baust sie selbst, sofern du handwerklich begabt bist. Anleitungen dafür findest du im Internet. Als Belohnung erhältst du wertvollen Dünger für deinen Balkongarten. Das Beste daran ist, dass beide Methoden nicht riechen. Hier sind die Do’s and Don‘ts beim Verwerten:

 

Was kannst du zu Hause kompostieren?
  • Alle organischen Abfälle wie Obst- und Gemüseschalen, Brot, Kaffee, Teebeutel (ohne Metallklammer), Essensreste, Grünschnitt, abgefallene Blätter von Zimmerpflanzen.

 

Was ist eher schwierig zu kompostieren?
  • Schalen von Zitrusfrüchten, Bananen oder Pfirsiche – sie enthalten oft Pestizide, die nicht gut für deine Nutzpflanzen sind.
  • Auch Knochen, Fleisch und Fisch lassen sich problemlos mit dem Bokashi-Eimer verarbeiten – allerdings können diese Reste Ungeziefer anlocken.

 

Was kannst du nicht kompostieren?
  • Flüssigkeiten
  • Tierstreu
  • Faule/verschimmelte Essensreste
  • Nicht in die Wurmkiste dürfen: Knochen, Fleisch/Fisch, Milchprodukte

Bokashi-Eimer – Essenreste fermentieren

Der Bokashi-Eimer ist eine gute Alternative zum Komposthaufen. Die Idee stammt aus Japan. Bokashi bedeutet so viel wie „fermentiertes Material“. Genau das passiert im Eimer: winzige Mikroorganismen fressen und verdauen deine Essensreste und scheiden wertvolle Nährstoffe aus. Sie werden dir üblicherweise mit deinem Bokashi-Eimer mitgeliefert. Du kannst sie auch separat kaufen.

 

So funktioniert er:

Du zerkleinerst deine Küchenabfälle und füllst sie in einen luftdicht verschließbaren Behälter mit Siebeinsatz.  Darin vermischt Du sie mit effektiven Mikroorganismen (unter anderem Milchsäurebakterien und Hefepilze). Jetzt heißt es für dich, Geduld üben und warten. Innerhalb von zwei Wochen fermentiert das Ganze. Den Bokashi-Eimer stellst du optimalerweise in die Küche, denn bei einer Umgebungstemperatur zwischen 20 und 25 Grad arbeiten die Minihelfer am besten. 

 

Das hast du davon:  

Nach etwa zwei Wochen zapfst du das Ergebnis. Du drehst einfach den integrierten Hahn am Eimer auf, schon hast du hochwertigen Pflanzendünger. Mit Wasser verdünnt nährt er deine Pflanzen. Eine weitere Option ist es, den Dünger mit Erde zu mischen und Humus herzustellen. Das ist ein besonders fruchtbarer Boden.

 

Der große Vorteil des Bokashi-Eimers gegenüber eines gekauften Komposters: Es entsteht kein CO2, weil das Essen fermentiert und nicht kompostiert wird. Durch den luftdichten Verschluss riecht und schimmelt das Material nicht. Idealerweise nutzt du zwei Bokashi-Eimer im Wechsel. So hast du immer einen, den du gebrauchen kannst und einen, indem deine Bakterien noch arbeiten.

 

Wurmkiste – verfüttere deinen Abfall!

Ein Wurmkompost ist ein großer Kasten mit zwei Kammern. In die eine kommen deine Abfälle, in der anderen wohnen deine Kompostwürmer. Das sind etwa sechs bis zwölf Zentimeter lange Regenwürmer. Die kannst du kaufen oder du bittest einen Bekannten, dir welche aus seinem Garten abzugeben. Die Wurmkiste stellst du idealerweise auf deinen Balkon.

 

So funktioniert sie:

Wirf deine Bio-Abfälle einfach in die Kiste. Dort werden sie von den Würmern gefressen und verdaut. Die mögen es allerdings lauschig. Der Wurmkomposter sollte an einem witterungsgeschützten Ort stehen, an dem den Tieren auch im Winter nicht zu kalt wird. Im Zweifel müssen sie in der kalten Jahreszeit ins Haus umziehen. Keine Angst, sie können und wollen nicht ausbrechen.

 

Das hast du davon:

Die Würmer produzieren nährstoffreichen Humus, den du zwei- bis dreimal im Jahr „ernten“ kannst. Diesen gibst du direkt zu deinen Pflanzen.

 

Verschenke deinen Kompost an deine Nachbarn

Mit einem Komposter gibst du der Natur aus deinen Abfällen etwas zurück. Deine Pflanzen freuen sich über leckere Nährstoffe und du dich über schöne Blüten und üppige Erträge. Du hast keine Pflanzen? Macht nichts. Verteile den Dünger an Freunde oder Familie oder versorge deinen pflanzenliebenden Nachbarn damit. Biete deine „Ernte“ doch einfach auf einem Nachbarschaftsportal an. Vielleicht bekommst du als Dankeschön selbst angebautes Gemüse.

Noch besser als Müll zu verwerten ist es, ihn gar nicht erst zu produzieren. Was wir essen, trägt enorm zu unserem ökologischen Fußabdruck bei. Wir verraten dir ein paar clevere Tricks, wie du Foodwaste vermeiden kannst.