Infografik mit Suchtbegriffen

Wusstest du, dass eine Sucht keine Charakterschwäche, sondern eine Fehlprogrammierung des Belohnungssystems im Gehirn ist? Ein Bug sozusagen, der dazu führt, dass Suchtmittel die gleichen Botenstoffe aktivieren, die auch bei Erfolgserlebnis und Wohlbefinden ausgeschüttet werden. Zugegeben, ab und an ein Bier am Abend macht aus dir keinen Alkoholiker und ein bisschen Scrollen im Feed löst keine Smartphone-Abhängigkeit aus. Aber was ist nur eine lästige Angewohnheit, was ein Laster und wann handelt es sich um eine ernstzunehmende Sucht? Weil das in manchen Fällen gar nicht so einfach zu erkennen ist, hier ein paar Fragen für dich zum Selbsttest. Wende ihn einfach auf das Konsum-Mittel deiner Wahl an und finde heraus, ob du schon als süchtig giltst.

  • Fällt es mir schwer, zu verzichten und dem Verlangen zu widerstehen?
  • Kann ich Menge, Zeitpunkt und Dauer meines Konsums nicht oder nur schwer kontrollieren?
  • Leide ich unter Schlafstörungen, Unruhe oder auch Schmerzen, wenn ich auf den Konsum verzichte?
  • Habe ich die Menge und/oder Dauer des Konsums im Laufe der Zeit erhöht?
  • Vernachlässige ich Familie, Freunde, Schule, Beruf oder Hobbys zugunsten meines Konsums?
  • Mache ich so weiter, obwohl ich merke, dass es mir nicht guttut?
  • Ist mir egal, was andere darüber denken?

Hast du mehr als 3 der Fragen mit „Ja“ beantwortet? Dann überdenke deinen Konsum kritisch für dich.

Fakten über Sucht

Ohne Smartphone geht nichts?

Du bekommst Angstzustände und wirst nervös, wenn dein Guthaben knapp ist, der Akku sich leert oder keine Internetverbindung verfügbar ist? Dann leidest du vielleicht unter einer Nomophobie – der „No–Mobile-Phone-Phobia“, also der Angst nicht über Smartphone, Handy oder Tablet erreichbar zu sein. Denn leider beschränkt sich die Fehlfunktion unseres Belohnungssystems nicht nur auf stoffliche Süchte wie Alkohol oder Zigaretten, sondern auch auf nicht-stoffgebundene Abhängigkeiten wie Glücksspiel, Sex oder eben Smartphone-Nutzung.

 

Weltweit sind 176 Millionen Menschen von Handysucht betroffen. Gehörst du dazu? Nimm den Selbsttest auf.
Liste zum Abhaken mit Indizien für Handysucht

Du hast mehr als zwei Kreuze gemacht? Dann wird es Zeit für Digital Detox!

 

Geschätzt 240.000 Zocker gelten in 
Deutschland als Gaming-süchtig. Du auch? 

Nicht jeder der stundenlang zockt, ist gleich süchtig! Dann würde ja nach jeder LAN-Party die Statistik explodieren. Wenn sich aber Verhaltensweise ständig wiederholen oder sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und

  • du grundsätzlich nie weißt, wie lange du überhaupt gezockt hast und dein Zeitgefühl verloren hast,
  • Zocken dein wichtigster Lebensinhalt ist, deine sozialen Kontakte hingegen kaum noch eine Rolle spielen,
  • dir deine Ausbildung, Arbeit, Partnerschaft, Gesundheit etc. egal sind,
  • du dich bei Problemen und Schwierigkeiten in die Spielwelt flüchtest,
  • du unter Schlafstörungen, Depressionen, Konzentrationsproblemen oder motorischer Unruhe leidest,

dann solltest du vielleicht den Reset-Knopf drücken?

 

Die ersten Schritte für einen Neustart können so aussehen:

  • Dokumentiere deine Gaming-Gewohnheiten und macht dich ihrer bewusst.
  • Vergegenwärtige dir, was du beim Gaming vielleicht kompensieren willst und gehe selbst den Ursachen auf den Grund.
  • Setz dir Limits, an die du dich auch wirklich halten kannst.
  • Geh raus, schnapp Luft und unternimm Dinge, die kommunikativ sind, aber nichts mit dem Computer zu tun haben.

 

Raus aus der Sucht – mit AGIDA

Egal, welche Sucht dich quält: du kannst das schaffen – aber natürlich musst du das nicht alleine. Für langfristige Erfolge braucht es absolute Abstinenz und oft auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe oder die Betreuung durch einen Psychotherapeuten. Letzteres übernehmen wir für dich, denn auch deine mentale Gesundheit liegt uns am Herzen.