Nachhaltige Mode: stylisch und fair

Geht es um Umweltprobleme, fallen oft Sätze wie “Wir haben es selbst in der Hand“ oder „Wir müssen endlich unsere Ressourcen schonen“. Doch wie kann jeder von uns seinen Alltag wirklich umweltfreundlich und nachhaltig gestalten? Diese Frage stellen sich viele Menschen nicht nur bei Strom oder Müll, sondern auch bei ihrer Kleidung. Gerade für Fashionlover sind der passende Style und ein erschwinglicher Preis superwichtig – und das geht nicht unbedingt mit einer ressourcenschonenden Produktion einher. Die gute Nachricht: Mit dem sogenannten Slow Fashion-Trend bleibst du deinem Stil treu und lebst trotzdem nachhaltig.

 

Was genau ist der Slow Fashion-Trend?

Slow Fashion versteht sich als nachhaltige Modebewegung. In Zeiten von Fridays for Future und Fleischverzicht ist es das Ziel ihrer Anhänger, die Fashionindustrie zu entschleunigen und Kleidung bewusst zu konsumieren. Dahinter steckt die Idee, die Umwelt zu schützen und bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Der Name Slow Fashion entstand in Anlehnung an andere Achtsamkeits-Bewegungen wie Slow Food. Neben dem Spaß an Mode geht es um die Verantwortung und mehr Respekt gegenüber anderen Menschen und der Umwelt.

Slow Fashion-Teile bestehen aus nachhaltigen Materialien, die ressourcenschonend angebaut wurden. Die transparente Herstellung ist umweltfreundlich, oft regional und hat kurze Produktionsketten. Die Menschen arbeiten unter fairen Bedingungen und werden angemessen bezahlt. Grundlage dafür sind etwa die Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Darunter fallen zum Beispiel ein hygienischer Arbeitsplatz und das Verbot von Kinderarbeit.

 

Was macht faire Mode-Labels aus?

Modefirmen, die der Slow Fashion-Bewegung angehören, setzen auf zeitlose, multifunktionale Designs und probieren neue Techniken aus – wie Zero Waste-Schnittmuster, bei denen der komplette Stoff verwertet wird und keine Restabfälle anfallen. Meist sind es kleine Labels oder Manufakturen, die auf faire Fashion achten. Sie produzieren nachhaltige Kleidung, die aus hochwertigen Stoffen besteht und so verarbeitet ist, dass sie lange hält. Viele große Modeketten geben monatlich neue Kollektionen raus, das wird dann „Fast Fashion“ genannt. Diesem Trend-Hamsterrad verweigern sich Slow Fashion-Labels. Sie beschränken sich auf zwei Kollektionen pro Jahr, eine Winter- und eine Sommerkollektion.

Die Modewelt dreht sich heute rasant. Das Dilemma mit der Fast Fashion-Industrie ist – wie der Name schon sagt – die Geschwindigkeit und die Masse. Der extrem hohe CO2-Ausstoßund der Wasserverbrauch bei der Herstellung schaden der Umwelt. Die Kleidung ist meist so schlecht verarbeitet, dass sie sich schnell abnutzt. Die niedrigen Preise führen zu vielen Fehlkäufen. Wer kennt das nicht, dass eine scheinbar lässige Jeans zu Hause doch ganz anders aussieht als in der Umkleidekabine? Die Folge: enorme Mengen an Müll entstehen. Die niedrigen Preise bedeuten auch, dass die Näherinnen und Näher in Billiglohn-Ländern wie Bangladesch oder Indien unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Einsturzgefährdete Gebäude, 16-Stunden-Schichten und chemische Dämpfe sind nur einige der besorgniserregenden Zustände.

Was kannst du tun, um nachhaltige Mode zu unterstützen?

Ein wichtiger Aspekt des fairen Styles ist es, dein eigenes Konsumverhalten zu reflektieren. Bevor du dir ein neues Kleidungsstück kaufst, kannst du dir diese drei Fragen stellen:

  • Wie oft werde ich das Kleidungsstück tragen?
  • Wie lange wird es halten?
  • Wie viele ähnliche Teile besitze ich schon?

So verhinderst du Fehlkäufe und suchst dir neue Klamotten gezielt aus. Genau das ist Slow Fashion: bewusst kaufen und sparsam leben. Mehr davon? Hier sind weitere Tipps, mit denen du deinen Style nachhaltig machst und Teil der Slow-Fashion-Bewegung wirst:

 

Mode-bewusst: So geht der Lifestyle

1. Weniger ist mehr: bewusst kaufen und recyclen

Kaufe dir Stücke, die sich gut kombinieren lassen. So reduzierst du deinen Konsum enorm. Dafür sind Basics ideal – ein unifarbener Blazer, einfarbige T-Shirts, Pullis mit dezentem Aufdruck und dazu Jeans in blau, grau oder schwarz. Aber auch ausgefallene Teile passen zu vielem, wenn sie in dezenten Farben gehalten sind.

Brauchst du dann doch einmal ein neues Teil, wirst du vielleicht in einem Second Hand-Laden fündig oder du klickst dich durch Online-Flohmärkte. Ein Ballkleid oder Kostüm für besondere Anlässe kannst du dir ausleihen, bevor du in ein teures Stück investierst.

 

2. Der Yay!-Faktor: Anderen und sich selbst eine Freude machen

Verkaufe, verschenke und spende Kleidung – oder du veranstaltest mit deinen Freunden eine Kleidertauschparty. Mit etwas Geschick und einer Nähmaschine kannst du alte Stücke „upcyclen“: Aus einem alten Hemd wird ein süßes Sommerkleid, aus einer zu großen Jeans werden lässige Shorts. Oder du nähst dir dein neues Lieblingskleid, einen schicken Rock oder einen Pullover selbst, viele YouTube-Tutorials machen es vor.

 

3. Faire Mode: auf zertifizierte Labels achten

Du kommst an einem neuen Kleidungsstück nicht vorbei? Achte beim Einkauf auf Labels, die für nachhaltige Mode vergeben werden. Die wichtigsten sind

  • das IVN-Best-Siegel,
  • das GOTS-Siegel,
  • die Siegel Standard 100 von Oeko-Tex,
  • Bluesign,
  • Cradle to Cradle und
  • das Fairtrade-Siegel.

Auf dem Etikett des Kleidungsstücks liest du außerdem, wo es produziert wurde. Der Hinweis auf „Bio-Qualität“ zeigt, dass es sich um umweltfreundliche Materialien handelt, zum Beispiel Bio-Baumwolle.

 

Fairer Style: nachhaltig, modisch, glücklich

Mit Slow Fashion tust du anderen Menschen und der Umwelt etwas Gutes, vor allem auch dir selbst. Achtsamkeit bereichert deinen Alltag – und Klamotten bewusst zu kaufen fühlt sich einfach gut an.

Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern eine Entscheidung: Du gestaltest Dein Leben bewusst und verantwortlich. Inspiration dafür geben Dir unsere Tipps, wie du nachhaltiger wohnst und fair verreist.