Zuckerfreie Ernährung ganz leicht

Isst du auch am liebsten nur die Gummibärchen einer Farbe und lässt die anderen immer in der Packung zurück? Warum dann nicht radikal sein und komplett auf Süßes verzichten, anstatt die halbe Packung übrig zu lassen? Gesünder ist es auf jeden Fall. 

Healthfood-Bloggerinnen mit ihren #sugarfree-Postings behaupten bei Instagram gern, Zucker wirkt wie eine Droge. Aber stimmt das? Werden wir von Gummibärchen und Schokolade auf Dauer abhängig? Tatsache ist, dass Zucker nicht nur Energie liefert, sondern auch eine ordentliche Portion des Glückshormons Dopamin ausschüttet. Klar, dass wir bei Liebeskummer oder Stress dann eher zu Süßigkeiten als zu einer Karotte greifen. Ob Zucker aber tatsächlich als Suchtmittel bezeichnet werden kann, darüber streiten sich die Wissenschaftler. Unser Faktencheck: 

  • Neurowissenschaftler der Princeton Universität haben festgestellt, dass Ratten im Versuch zumindest zwei von drei Merkmalen einer Sucht aufweisen, wenn sie einmal an Süßes gewöhnt wurden: Sie essen im Laufe der Zeit immer mehr davon und zeigen Entzugserscheinungen.
  • Psychologen und Hirnforscher diskutieren deshalb, ob uns Lebensmittel mit einem hohen Zuckergehalt im medizinischen Sinne abhängig machen können. 
  • Studien zeigen, dass es zwischen dem Konsum von Zucker und Rauschmitteln Parallelen gibt: Durch die Ausschüttung von Serotonin und Dopamin fühlen wir uns verdammt gut. Und bei beiden sind Entzugserscheinungen durchaus möglich. Aber es gibt auch wesentliche Unterschiede: Zucker führt im Gegensatz zu Drogen nicht zu Bewusstseinsveränderungen.

Wir zeigen dir, warum sich der Süßigkeitenverzicht in jedem Fall lohnt und wie du deinen Zucker-Entzug easy überstehen kannst. Los geht’s!

 

Glucose vs. Fructose

Laut WHO solltest du nicht mehr als  5-10 Teelöffel Zucker pro Tag zu dir nehmen, das sind 25 bis 50 g. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn Zucker steckt tatsächlich in so gut wie jedem Produkt – egal, ob frisch oder verarbeitet. Damit unser Körper funktioniert, benötigen wir jedoch eine gewisse Menge Zucker. Genauer gesagt: Traubenzucker (Glucose), denn er liefert uns die gewünschte Energie. Glucose kann unser Körper im Übrigen selbst herstellen, indem er die Stärke aus Getreide, Kartoffeln oder Hülsenfrüchten einfach umwandelt. Der Mensch muss daher zum Überleben kein einziges Gramm Zucker zu sich nehmen.

 

AGIDA-Tipp:

Finde neue Gewohnheiten, das erleichtert die Umstellung! Anstatt dich mit Zuckerprodukten vollzustopfen, mache zum Beispiel bei Stress Atemübungen oder geh bei schlechter Laune Joggen.

 

Neben dem Traubenzucker gibt es noch die Fructose. Beide liefern die gleiche Energiemenge, werden aber unterschiedlich abgebaut. Fructose kommt neben Glucose natürlicherweise in Obst vor und hat eine ungefähr doppelt so hohe Süßkraft wie Traubenzucker. Klingt doch ganz lecker. Mediziner warnen jedoch vor industriell hergestellten Nahrungsmitteln mit viel Fructose, denn diese können im Gegensatz zu Obst tatsächlich große Mengen dieses Zuckers enthalten. Zudem fehlen hier Ballaststoffe, Vitamine und andere Stoffe, die im Obst enthalten sind. Hier heißt es also: Finger weg!

Wieviel Zucker ist eigentlich in unseren Lebensmitteln versteckt? Wir haben einen Überblick in diesem Beitrag zusammengestellt. 

 

Mach‘s ohne!

Auf Zucker zu verzichten lohnt sich also. Aber es gibt noch mehr Gründe, die dafür sprechen. Denn zu viel Zucker:  

  • schadet der Darmflora und schwächt das Immunsystem, 
  • kann Diabetes Typ 2 und Herzerkrankungen fördern, 
  • steht im Verdacht, Depressionen und Angstzustände auszulösen, 
  • kann Schlafstörungen verursachen, 
  • kann zu unreiner Haut und Akne führen. 

Ein großes Problem ist außerdem der Teufelskreis, den der Zuckerkonsum mit sich bringt. Denn zuckerhaltige Lebensmittel lassen deinen Blutzuckerspiegel schnell ansteigen, jedoch auch schnell wieder abfallen. Heißhunger nach Süßem ist die Folge und der Kampf gegen die Gelüste beginnt von neuem. Während deines Zucker-Entzugs solltest du am Tag deshalb lieber fünf kleine anstatt drei große Mahlzeiten essen, so bekommst du erst gar keine Heißhungerattacke.

 

AGIDA-Tipp:

Sei vorbereitet und habe immer Obst, Energyballs, Nüsse o. ä. zuhause und in deiner Tasche für unterwegs.

 

Zucker komplett zu streichen kann am Anfang auch Nebenwirkungen haben, wie jeder andere Entzug auch. Manche Zuckerentzugs-Blogger berichten von Nervosität, Zittern oder Kopfschmerzen. Doch nach zwei bis drei Wochen zeigen sich bei den meisten bereits Fortschritte. Die Geschmacksnerven funktionieren besser, sie haben seltener Heißhungerattacken. Viele sagen auch, sie können sich besser konzentrieren, fühlen sich energiegeladener und ausgeglichener, schlafen besser und haben ein reineres, strahlenderes Hautbild. Wäre das nicht auch etwas für dich?

 

Mit AGIDA gut informiert

Du möchtest deinem Körper noch mehr Gutes tun? Dann nimm an einem unserer Gesundheitskurse aus dem Bereich Ernährung teil. Denn zuckerfrei zu leben ist ein guter Schritt in eine bessere Richtung, aber es gibt noch viel mehr, was du ausprobieren kannst.