Honigsüß: Bienenfreunde gesucht

Ein kleines Stück Grün mitten in der Stadt und da siehst du diese Holzkisten stehen, um die es seltsam summt. Solche Imkerboxen findest du zunehmend auch im urbanen Raum. Denn mehr und mehr Menschen halten Bienen, um diese zu retten. Und den Support durch das städtische Imkern brauchen die Insekten auch, um trotz Klimakrise zu überleben. Wie du ihnen helfen kannst – ohne gleich Imker zu werden? Das zeigen wir dir im AGIDA-Check.

 

Ohne Bienen sind unsere Teller leer

Bienen haben es momentan nicht leicht: Ihnen fehlt der Lebensraum und durch viele Pestizide in der Landwirtschaft erkranken sie. Deswegen sind sie vom Aussterben bedroht. Das geht uns alle etwas an, denn für unser Ökosystem sind sie essenziell. Wusstest du, dass 80 Prozent unserer Lebensmittel nur produziert werden können, wenn Bienen zum Bestäuben da sind? Also: Bienen retten ist wichtig! Und jeder von uns kann ihnen helfen.

 

Wenn Großstädter Bienen halten

Plötzlich ist alles ein großes Summen. Um dich herum schwärmen viele kleine Punkte, die fleißig bei der Arbeit sind: Das kannst du erleben, wenn du beim Stadtimkern mitmachst. Immer mehr Großstädter ziehen sich eine Imkerkluft an und halten Bienen. Weil sie gerne ihren eigenen Honig wollen, klar. Aber auch, weil sie eine Mission haben: Bienen unterstützen. Falls du mitimkern möchtest, nimm unbedingt an einem Kurs teil. Dort lernst du alles, was du wissen musst, um in Zukunft selbst Bienen zu halten – auf dem Balkon, in Schrebergärten, auf Hochhausdächern. So hilfst du den Bienen mit Sicherheit und schadest ihnen nicht aus Versehen. Das Ganze heißt Urban Beekeeping, wurde in den 80ern in Paris erfunden und hat sich in den letzten Jahren zu einem Trendhobby entwickelt.

 

Eassssssy peasy Bienen füttern

Falls es dir gerade an einem Hochhausdach, Imkerkluft oder Zeit für neue Trendhobbys mangelt: Wir stellen dir hier viele Ideen vor, die Spaß machen. So kannst du den Bienen auch ohne Urban Beekeeping helfen. Wenn du ihnen was Supergutes tun willst, füttere sie. Oder genau genommen: Gib ihnen Hilfe zur Selbsthilfe. Säe Blumen aus, damit Bienen in der Stadt genug Pollen und Nektar finden.

 

Diese Pflanzen machen Bienen glücklich:
 
  • Pflanz heimische Blumen an: Auf deinem Balkon oder auf der Verkehrsinsel gegenüber. Damit gibst du den Bienen nicht nur das, was sie brauchen, du machst es auch dir und deinen Mitmenschen schöner.
     
  • Wähle bienenfreundliche Pflanzen: So hübsch Stockrosen, Geranien und Forsythien sind, so wenig helfen sie den Bienen. Viel besser sind Klatschmohn, Sonnenblumen, Krokusse und Astern.
     
  • Mach deinen Schrebergarten bienenfreundlich: Säe möglichst viele verschiedene Pflanzen. Bienen mögen die Blüten von Zucchini, Möhren, Zwiebeln, Kürbis, Rosmarin, Salbei und Thymian. Und auch für dich und deine gesunde Ernährung springt was dabei raus. Verzichte auf torfhaltige Erde für deine Pflanzen. Denn wo Torf abgebaut wird, wird gleichzeitig der Lebensraum von Bienen zerstört.

 

Bienen retten ohne grünen Daumen

Hast du keinen Platz für Pflanzen – oder vielleicht keinen grünen Daumen – und möchtest trotzdem schon heute Bienenfreund werden? Mit diesen Tipps ist das ganz leicht:

  • Pestizide sind mit das größte Problem für Bienen. Du hilfst ihnen, wenn du pestizidfreie Bio-Lebensmittel kaufst – und kein Gift im Garten, Balkon oder im Kräuterkasten einsetzt.
     
  • Päpple müde Bienen auf. Entdeckst du eine schwache Biene, kannst du ihr wieder auf die Beine helfen. Lös dafür einfach etwas Zucker in warmem Wasser auf und tropf es ihr vor die Füße. Trinkt sie das, ist sie bald wieder fit.
     
  • Wildbienen kannst du mit eigenen Insektenhotels auf deinem Balkon oder auf dem Fensterbrett eine Nistmöglichkeit bieten. Nimm ein Vogelhäuschen mit einer offenen Seite und füll es komplett mit Stücken von Bambusrohr, das du im Baumarkt bekommst. Achtung: Bienenflügel sind empfindlich, schmirgel deswegen alles gut ab. Auf der Seite des NABU findest du Anleitungen für schicke Sterne-Bienen-Hotels.
     
  • Und noch ein letzter Tipp: Spül leere Honiggläser aus, bevor du sie in den Glasmüll wirfst. Der Honig kann Erreger von Bienenkrankheiten beinhalten. Honigreste im Glascontainer finden Bienen locker (und lecker) und so stecken sie sich an.

Es ist schön, den Bienen etwas Gutes zu tun – und es bringt auch dir was, ganz persönlich und hautnah: Bio-Essen schützt dich vor Pestiziden und gibt dir wichtige Nährstoffe, die im Essen aus der konventionellen Landwirtschaft weniger enthalten sind. Und Hobbys wie Gärtnern? Die Hände in der Erde vergraben, der Zucchini beim Wachsen zugucken … damit beugst du Stress-Erkrankungen wie Burnout und Depressionen vor.

 

Freundlich zur Umwelt, honigsüß zu dir

Hast du Appetit auf mehr nachhaltigen Lifestyle, der Spaß macht? Mit Zero Waste hilfst du der Umwelt und hast weniger Plastikmüll um dich herum. Oder hast du Bock auf mehr Gärtnern? Beim Urban Gardening kannst du abschalten und deine Achtsamkeit trainieren.